Die Heilsarmee gehört zum Schweizer Alltag. Seit über 140 Jahren ist sie da, wo Menschen Hilfe, Gemeinschaft oder einen Neuanfang suchen: in 49 Kirchgemeinden, knapp 30 sozialen Institutionen und 20 Brocki-Filialen in der Schweiz, in 134 Ländern weltweit. Was sie ausmacht: Sie bleibt, wenn andere aufgeben.
Weltweit aktivUnsere Tätigkeitsfelder
Unsere sieben Werte
Würde

Der Mensch ist nach dem Bilde Gottes als geistliches Wesen erschaffen worden. Diese Besonderheit verleiht ihm eine einzigartige Stellung in der Schöpfung. Darauf gründet auch die Würde, die jedem Menschen eigen ist. Diese Würde gilt es unter allen Umständen zu achten und pflegen.
Hoffnung

Hoffnung ist jene Antriebskraft, welche die Heilsarmee zu den Randständigen und Ausgegrenzten der Gesellschaft führt. Die feste Überzeugung, dass es eine Dimension gibt, die über den menschlichen Massstäben steht, motiviert uns auch in scheinbar ausweglosen Situationen zum Handeln. Hoffnung gründet im biblischen Zuspruch, dass ein Neuanfang bis zuletzt möglich ist.
Freiheit

Jeder Mensch hat grundsätzlich das Recht auf individuelle Entfaltung und persönliche Freiheit. Letztere jedoch endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. In Bezug auf den Glauben und die persönlichen spirituellen Überzeugungen ist sie jedoch unter allen Umständen zu wahren.
Gerechtigkeit

Das Einstehen für Schwächere, Ausgebeutete und Ausgegrenzte gehört zum Auftrag der Heilsarmee. Damit drücken wir unsere Solidarität aus. Unter Gerechtigkeit verstehen wir das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und auf Entfaltungsmöglichkeiten.
Nächstenliebe

Nächstenliebe wird als Zuwendung zum und Akzeptanz des Nächsten verstanden. Sie entspringt der Fähigkeit zur Selbstannahme („liebe deinen Nächsten wie dich selbst“). Sie passt sich den Entwicklungsmöglichkeiten des Gegenübers an, achtet auf dessen Bedürfnisse und vermeidet einseitige Abhängigkeitsverhältnisse. Die Nächstenliebe nährt sich aus der Liebe zu Gott.
Verantwortung

Wir stehen in der Verantwortung gegenüber dem Schöpfer und der Schöpfung. Diese Verantwortung beeinflusst unser Verhalten und unser gesellschaftspolitisches Engagement. Darum stehen wir für den Schwächeren ein. Was wir sagen und wie wir handeln, ist davon geprägt. Wort und Tat müssen übereinstimmen (Glaubwürdigkeit).
Versöhnung

Wir sind überzeugt, dass Versöhnung eine entscheidende Rolle im Leben eines Menschen einnimmt. Für jedes menschliche Wesen ist es notwendig, mit sich selber versöhnt zu sein, um seine Fähigkeiten und Grenzen zu anerkennen. Wir glauben zudem, dass die Versöhnung mit Gott und dem Nächsten eine wichtige Voraussetzung ist, damit das Leben gelingt. Die Versöhnung mit Gott wird allen Menschen durch Jesus Christus zugesprochen und hängt nicht von Leistungen oder Verdienste ab (Gnade). Deshalb wollen wir eine versöhnende Haltung im Umgang mit unserem Nächsten annehmen.
Unsere Vision & Mission, unser Auftrag
Stiftungsrat
Der Stiftungsrat ist das oberste Organ der Heilsarmee Schweiz. Dieser setzt sich aus Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen zusammen, die durch ihr Know-how die strategische Ausrichtung der Heilsarmee unterstützen. Zudem identifizieren sie sich stark mit dem christlichen Glauben und der sozialen Ausrichtung der Heilsarmee. Der Rat beschliesst die Strategie, übt Kontrolle in allen Belangen aus und ist für die Corporate Governance zuständig. Die Mitglieder werden auf Antrag des Stiftungsrats durch den General der Heilsarmee ernannt und tagen mindestens viermal jährlich.
Direktion
Die Direktion ist für die operative Führung verantwortlich. Sie stellt sicher, dass die finanziellen und personellen Ressourcen effizient geplant und eingesetzt werden, erarbeitet Strategien und Unternehmensrichtlinien zuhanden des Stiftungsrats und setzt dessen Beschlüsse um.
Die Heilsarmee – die friedlichste Armee der Welt
Als William Booth 1865 die «Christian Mission» in London gründete, war noch nicht von einer Armee die Rede. Im Jahresbericht 1878 tauchte das erste Mal der Begriff «Armee von Freiwilligen» (Volunteer Army) auf, welche die Bewegung im Kern ausmachte. William Booth änderte das Wort in «Heilsarmee» (Salvation Army). Später kamen militärische Ränge und die Uniform dazu, um in der Öffentlichkeit die Verpflichtung gegenüber Gott zu demonstrieren. Die Ränge widerspiegeln die Dienstjahre als «Pfarrer» oder sonstiges Kirchenmitglied mit oder ohne Gelübde.
Wissenswertes zur Organisation
Was ist ein Territorium?
Die Heilsarmee fasst weltweit ihre 134 Länder (Stand: 2025) in sogenannten Territorien – aufgeteilt auf fünf Zonen – zusammen. Ein Territorium ist eine übergeordnete Verwaltungseinheit für ein oder mehrere Länder. Sprachliche, kulturelle sowie finanzielle Gegebenheiten und auch die Anzahl Standorte spielen bei der Bildung der Territorien durch das Internationale Hauptquartier (IHQ) in London eine wichtige Rolle. Die zonalen Abteilungen am IHQ stellen die wichtigste administrative Verbindung zu den Territorien dar. Die internationalen Sekretäre beaufsichtigen und koordinieren die Arbeit der Armee in ihren jeweiligen geografischen Regionen. Zum Territorium der Schweiz gehören Österreich und Ungarn.
Woher stammt der Name Heilsarmee?
Im Jahr 1878 erhielt die «Christliche Mission Ost-London» ihren aktuellen Namen. William Booth, der Gründer, erhob Einspruch gegen eine Formulierung im Jahresbericht jenes Jahres: «Die Christliche Mission ... ist eine Freiwilligenarmee». Indem er das Wort «Freiwillige» ersetzte, erhielt die Heilsarmee ihren neuen Namen – und damit eine Inspiration für ihre Rolle im Kampf gegen die Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft und ihren freikirchlichen Auftrag, den Menschen von Jesus zu erzählen. Im Laufe der Zeit führte die Organisation an das Militär angelehnte Bezeichnungen ein. So sind beispielsweise geistliche Leitende «Offizierinnen» oder «Offiziere». Zudem erhielten die Mitglieder Uniformen, die das Engagement für Gott öffentlich demonstrieren sollten.
Wieso hat die Heilsarmee militärische Bezeichnungen?
Das schnelle Wachstum der Bewegung wurde durch die Adaption quasi-militärischer Kommandostrukturen begünstigt. Eine ähnlich praktische Organisation ermöglicht es heute, die internationale, nationale und lokale Arbeit bedarfsgerecht zu steuern. Das «Militärische» kommt auch von einer wiederkehrenden Metapher, welche die Kirche in einen geistigen Kampf gegen das Schlechte verwickelt sieht. Als Armee in diesem Kampf wurden gewisse Begriffe, wie Soldat, die Uniform, Flaggen und Ränge zur Identifikation und Inspiration unter Mitgliedern genutzt.
Informationen
Mehr Informationen für Medienvertreter und alle, die sich tiefer über die Heilsarmee informieren möchten.
Arbeiten bei der Heilsarmee
Suchen Sie nach einer neuen beruflichen Herausforderung? – Die Heilsarmee bietet in verschiedenen Berufsfeldern spannende Möglichkeiten, sich für Menschen einzusetzen, die es im Leben nicht immer gut hatten. Packen Sie mit uns an?
Geschichte & Archiv
1882 beginnen die ersten Heilsarmeeversammlungen in der Schweiz. Die Bewegung trifft in Genf auf grossen Widerstand, wird anfangs in manchen Kantonen verboten. Schliesslich überzeugt die Heilsarmee mit ihren Werken.
Die Geschichte der Heilsarmee Schweiz sowie einige Zeitzeugnisse von der Heilsarmee weltweit werden in Bern im Archiv gesammelt und gepflegt. Die Gegenstände des vorherigen Museums wurden in dieses Archiv übernommen. Bei Interesse an Gegenständen und Requisiten oder für Anfragen zur Geschichte melden Sie sich über das Kontaktformular.