gezeichnete Hand greift Hand eines älteren Menschen

Was Angehörige nach einem Todesfall erledigen müssen

Nach dem Tod eines geliebten Menschen sind viele zuerst wie gelähmt, brauchen Zeit für die Trauer. Dennoch müssen Angehörige einiges an Formalitäten erledigen. 

Erste Punkte sollten sofort in Angriff genommen werden, für anderes bleibt etwas mehr Zeit. Dies sind die neun wichtigsten Schritte: 

1. Den Totenschein besorgen 

Stirbt jemand zu Hause, müssen die Angehörigen möglichst rasch den Arzt informieren. Dieser stellt die Todesbescheinigung aus. Ist der Hausarzt oder die behandelnde Ärztin nicht erreichbar, wenden Sie sich an den Notarzt. Seine Telefonnummer erfahren Sie über die Auskunft oder über die Nummer 144. 

Nach einem Unfall, bei Verdacht auf eine Gewalttat oder bei einem Suizid müssen Sie sofort die Polizei benachrichtigen (Tel. 117). 

Stirbt jemand im Spital oder im Heim, verständigt das Pflegepersonal den Arzt. Der Totenschein wird dann meist direkt ans zuständige Zivilstandsamt geschickt. Auch die Angehörigen erhalten ein Exemplar. 

 

2. Das Zivilstandsamt benachrichtigen 

Innerhalb von zwei Tagen müssen die nächsten Angehörigen den Tod auf dem Zivilstandsamt am Sterbeort melden. Ist jemand nicht an seinem Wohnort verstorben, muss auch das Amt der Wohngemeinde benachrichtigt werden. Das Zivilstandsamt benötigt folgende Dokumente: 

  • Ärztliche Todesbescheinigung 
  • Familienbüchlein oder Familienschein 
  • Meldebestätigung oder Schriftenempfangsschein 
  • Pass oder Identitätskarte  
  • Für ausländischen Staatsangehörige: Ausländerausweis 

Rufen Sie vorher an, um abzuklären, ob noch weitere Dokumente verlangt werden. 

 

3. Stellen, die Sie rasch informieren sollten 

Benachrichtigen Sie möglichst rasch alle Angehörigen und engen Freunde. Diese möchten sich vielleicht gern persönlich verabschieden. 

Auch den Arbeitgeber des oder der Verstorbenen sollten Sie rasch informieren; ebenso Ihren eigenen Chef, um ihm mitzuteilen, dass Sie nicht zur Arbeit kommen können. 

Hat die verstorbene Person eine Unfall- oder eine Lebensversicherung, rufen Sie diese an und melden Sie den Tod auch schriftlich. Tun Sie dies, auch wenn Sie nicht sicher sind, ob Leistungen ausgerichtet werden. 

 

4. Wenn nötig sofort den Nachlass sichern 

Wenn Sie befürchten, dass sich jemand unrechtmässig am Nachlass bereichern könnte, sollten Sie möglichst rasch Sicherungsmassnahmen ergreifen: 

  • Als Erbe oder Erbin können Sie Vollmachten des Erblassers widerrufen. 
  • Bei der Wohngemeinde der verstorbenen Person können Sie die Aufnahme eines Sicherungsinventars verlangen. Die zuständige Behörde erfahren Sie auf der Gemeinde. 
  • Sie können eine Siegelung verlangen. Dann nimmt die Behörde wertvolle Gegenstände und Schlüssel zu Tresoren in Verwahrung und veranlasst eine Konten- und Grundbuchsperre. 

Wichtig ist, dass Sie rasch reagieren. Ist die Wohnung leergeräumt, hilft eine Siegelung nichts mehr. 

 

5. Wünsche der verstorbenen Person zur Beerdigung ermitteln 

Manche Menschen haben ihre Wünsche zur Bestattung und zur Trauerfeier schriftlich festgehalten. Suchen Sie deshalb in den Unterlagen des Verstorbenen nach Anordnungen für die Beerdigung. Sprechen Sie auch mit den anderen Angehörigen darüber, welche Vorstellungen sie zur Gestaltung des Abschieds haben. 

Schwieriger kann es werden, wenn die verstorbene Person ihre Wünsche zur Bestattung im Testament festgehalten hat. Denn bis das Testament eröffnet wird, dauert es mehrere Wochen.  

Hat der Verstorbene mit einem Bestattungsunternehmen einen Vorsorgevertrag abgeschlossen, müssen Sie dieses Unternehmen informieren. Gibt es keinen solchen Vertrag, können Sie bei Bedarf selber ein  
Bestattungsunternehmen beiziehen. 

 

6. Todesanzeige und Trauerkarten besorgen 

Die Gemeinde veröffentlicht im Amtsblatt unentgeltlich eine knappe amtliche Todesanzeige. Sie können zusätzlich eine private Todesanzeige gestalten und diese bei den Zeitungen Ihrer Wahl publizieren. Oft wird derselbe Text auch für Trauerkarten verwendet, die an Verwandte, Freundinnen und Vereinskollegen verschickt werden. 

 

7. Abdankung und Beerdigung organisieren 

Jetzt steht die Organisation der Bestattung, der Abdankungsfeier sowie des Leidmahls an. Im Gespräch mit den anderen Angehörigen und dem Verstorbenen nahestehenden Personen, mit der Pfarrerin oder einem Ritualberater ist Ihnen klar geworden, wie die Trauerfeier aussehen soll. Welche Punkte Sie je nach Feier berücksichtigen müssen, sehen Sie in der Checkliste «Todesfall: Was ist zu tun?» im Anhang. 

 

8. Versicherungen und Verträge kündigen 

Die Unfall- und die Lebensversicherung haben Sie schon früh benachrichtigt. Jetzt ist es Zeit, auch die restlichen Versicherungen der verstorbenen Person zu kündigen: Krankenkasse, Hausrat- und Haftpflichtversicherung, Autoversicherung etc. Melden Sie zudem Ihre Ansprüche auf eine Witwen- oder Witwerrente und auf Waisenrenten bei der AHV-Ausgleichskasse, der Pensionskasse und der Unfallversicherung an. 

Suchen Sie nach Verträgen der verstorbenen Person, um diese zu kündigen. Dazu gehört in erster Linie der Mietvertrag, aber auch ein Leasingvertrag, der Vertrag für den Telefon- und Internetanschluss, fürs Handy, für Kreditkarten oder den Strom. Auch Zeitungs- und Zeitschriftenabonnemente, das GA, ein Fitness­abo oder die Mitgliedschaft in einem Verein müssen Sie kündigen. 

 

9. Erbangelegenheiten klären 

Nach der Beerdigung reichen Sie Testamente, Erb­verträge und Eheverträge bei der zuständigen Stelle am letzten Wohnsitz der verstorbenen Person ein. Die Gemeinde nennt Ihnen die richtige Adresse. 

Befürchten Sie, nur Schulden zu erben? Dann können Sie das Erbe ausschlagen. Aber Achtung: Wenn Sie ausschlagen möchten, dürfen Sie sich überhaupt nicht einmischen. Sie dürfen auch beim Räumen der Wohnung keinerlei Erinnerungsstücke an sich nehmen. Sonst ist das Recht auf Ausschlagung verwirkt.

Checkliste herunterladen

Werden Ihnen diese Aufgaben zu viel?

Dann holen Sie sich am besten Hilfe bei anderen Angehörigen, Freunden oder einem Pfarrer. Es tut gut, sich mit jemandem austauschen zu können und dabei die eine oder andere Erinnerung zu teilen. Auch die Heilsarmee steht Ihnen gerne bei.

Hilfe für eine faire Erbteilung, viele Musterbriefe sowie Vorschläge für eine Todesanzeige oder eine Danksagung finden Sie im Beobachter-Dossier «Im Todesfall. Der komplette Ratgeber für Angehörige»

Wir sind für Menschen da, die trauern.

Hände halten zum Trost
Wir stehen Angehörigen von Verstorbenen mit Trost zur Seite.

Unabhängig von Nationalität, Religion, Bildung und Berufstätigkeit sind wir in schwierigen Zeiten für Sie da – seelsorgerisch sowie mit Rat und Tat.

Nachdem Sie einen geliebten Menschen verloren haben, folgt der Prozess des Trauerns. Er hilft Ihnen, Abschied zu nehmen und ein Leben ohne den Verstorbenen zu beginnen. Wir wollen Sie auf diesem wichtigen Weg begleiten und Ihnen helfen, in Würde zu trauern.

Unsere Unterstützung für Trauernde basiert auf den christlichen Werten der Heilsarmee, zu denen Würde, Hoffnung, Nächstenliebe und Verantwortung gehören. Unsere Hilfe kann verschiedene Formen annehmen: ein offenes Ohr, tröstende Worte, gemeinsames Beten und tiefe Gespräche.

Sieben christliche Werte der Heilsarmee