Und du willst mir sagen, du wärst einsam?

«Streets of London» ist ein Lied, das von Ralph McTell geschrieben und ab Anfang der 1970er Jahre ein Hitparadenerfolg in Europa wurde. Das Stück wurde von McTells Erfahrungen inspiriert, die er besonders in London und Paris machte, während er als Strassenmusiker durch Europa trampte. «Streets of London» stellt die Probleme der Durchschnittsbürger denen der Obdachlosen, der einsamen Alten und der ignorierten und vergessenen Mitglieder der Gesellschaft gegenüber. In dieser Youtube-Version verrät Ralph ab der 4. Minute warum dieser Song, der ursprünglich «Streets of Paris» heissen sollte, doch «Streets of London» genannt werden sollte. Dieser Popsong bringt mich immer zum Nachdenken. Hör rein!

Ralph McTell «The Streets of London» (1969)

Siehst du dort den Alten in der Baumarktruine,
Wie er durch die Gänge schlurft mit ausgetret'nen Schuh'n?
Augen stumpf und ohne Blick, schlaffe Arme baumeln lose.
Gestern, heute, morgen – damit hat er nichts zu tun.
Und du willst mir sagen, du bist einsam,
Und jeder Tag für dich 'ne Last?
Komm mit mir in die Hinterhöfe, weit weg von den Einkaufsmeilen,
Ich zeig dir dort mal, was für'n grosses Glück du hast.
Siehst du dort das späte Mädchen, das durch Hamburgs Straßen wandert?
Haare ganz verfilzt, und zerlumpt ihr dünnes Kleid.
Keine Antwort, keine Fragen,
Hab und Gut im Einkaufswagen,
So läuft sie täglich, so als hätt' sie keine Zeit.
Und du willst mir sagen, du wärst einsam,
Und jeder Tag für dich ne Last?
Komm mit mir in die Hinterhöfe, weit weg von den Einkaufsmeilen,
Ich zeig dir dort mal, was für'n grosses Glück du hast.
In dem Nachtcafé am Hafen, an dem Tisch dort in der Ecke,
sitzt der Alte aus dem Baumarkt kurz vor Mitternacht.
In der Hand die Tasse
Schaut er auf die Welt da draußen.
Jede Tasse Kaffee etwas Wärme für die Nacht.
Und du willst mir sagen, du wärst einsam,
Und jeder Tag für dich ne Last?
Komm mit mir in die Hinterhöfe, weit weg von den Einkaufsmeilen,
Ich zeig dir dort mal, was für'n grosses Glück du hast.
Und siehst du dort den alten Mann, den vor dem Seemannsheim?
Ein alter müder Held, und kein Mitleid weit und breit.
Winterregen lässt ihn frieren.
Überall verschloss'ne Türen.
Er kramt in seiner Schachtel auf der Suche nach der Zeit.
Und du willst mir sagen, du wärst einsam,
und jeder Tag für dich ne Last?
Komm mit mir in die Hinterhöfe, weit weg von den Einkaufsmeilen,
Ich zeig dir dort mal, was für'n grosses Glück du hast.

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