Peter macht

#StandByMe-Story: Peter, dein Pin-Macher

Peter wohnt seit 15 Jahren im Heilsarmee-Wohnheim "Die Brücke" in Liestal. Er ist mit seinen 70 Jahren der Älteste im Heim. Auch sonst gehört er zu den alten Hasen: Keiner der neun Bewohner ist länger dort. Er wird von allen im Haus als pflichtbewussten Mitbewohner geschätzt und gerne um Hilfe gefragt, wenn Neuankömmlinge noch nicht alles wissen.

Doch nicht immer hatte Peter dieses gute Gefühl, wertvoller Teil einer Gemeinschaft zu sein: Er weiss in seiner Vergangenheit um die Erfahrung, aus der Bahn geworfen zu sein. Doch dazu später mehr.

Eine Brücke zwischen zwei Welten

Das Wohnheim “die Brücke” in Liestal ist dafür ausgelegt, Männern in schwierigen Lebenssituationen für eine festgelegte Zeit ein Obdach zu bieten. In der dazugehörigen Werkstatt finden sie eine sinnvolle Beschäftigung. Sie werden gemeinsam darauf vorbereitet, wieder selbständig wohnen und einer Arbeit nachgehen zu können.

Insofern ist Peter eine Ausnahme: Ein Leben ausserhalb der Brücke war für ihn lange kein Thema mehr. Doch nach wiederholten Gesprächen mit Betreuern vom Wohnheim ist er jetzt trotz seines Alters überzeugt von der Idee, sich mit Hilfe seines Beistands eine eigene Wohnung zu suchen. Auch wenn er bald ausziehen sollte, wird er weiterhin in der Werkstatt mitarbeiten und unter anderem Pins produzieren.

Aus der Bahn geworfen

Der Verlust seiner Frau mehrere Jahre vor der Pension hatte Peter komplett aus der Bahn geworfen. Seine Einsamkeit versuchte er mit Alkohol zu bekämpfen. Nachdem er den Ausstieg geschafft hatte, fand er im Wohnheim Brücke ein Zuhause. In der Druckerei-Werkstatt, damals noch im Keller des Wohnheims, lernte er Servietten zu bedrucken. Er produziert Servietten für die lokalen Heilsarmee-Marktstände und für externe Auftraggeber.

Werkstattumzug mit Folgen

Als die Werkstatt an den jetzigen Standort umzog, fühlte es sich für Peter an, als würde er sein Servietten-Projekt verlieren. In dieser Zeit machten ihm erneut verschiedene Umstände das Leben schwer. Unter anderem kämpfte er mit erheblichen gesundheitlichen Problemen. Er konnte über Monate nicht mehr in der Werkstatt mitarbeiten.

Doch der Werkstattleiter und andere aus der Heilsarmee Liestal ermutigten Peter. Sobald es seine Gesundheit zuliess, wagte er den Schritt in die neue Werkstatt in Sissach. Erneut fing er an Servietten zu drucken und als ehemaliger Schweisser beim Pumpenprojekt P.E.CH mitzuarbeiten. Unter dem Namen “P.E.CH” (Pumpenexperten Schweiz) stellen Peter und andere Brückenbewohner hochwertige Pumpen her, die es dann zum Beispiel Bauern im Senegal ermöglichen ihre Gärten rentabel zu betreiben und ihre Familien zu ernähren

Ein tragendes Umfeld, das bleibt.

Dass Peter nun mit den Pins noch ein neues Produkt herstellen darf, freut ihn besonders: “Ich bin gern bereit, mich etwas aus dem Serviettengeschäft zurückzuziehen und nebenbei noch Pins herzustellen”, meint er.

Er ist gespannt auf seine eigene Wohnung und ist froh, dass dies nichts daran ändert, dass er weiterhin zur Brücke gehören wird. Die Gemeinschaft mit anderen als fester Mitarbeiter in der Werkstatt und bei seinem Hausmeisterjob im Korps Liestal schätzt Peter sehr und geben ihm Halt. 

Noch nicht #StandByMe-​ Mitglied?

Hat dir dieser Artikel gefallen? Möchtest du mehr über Einsamkeit erfahren oder vielleicht sogar unser jüngstes Spendengprogramm #StandByMe unterstützen? Dann schau auf unserer #StandByMe-Website rein. Dort erhältst du sämtliche Informationen wie du gemeinsam mit uns Einsamkeit lindern kannst.