Leben im Dienst für die Mitmenschen

Evangélisation Sévrine Weber

Text: Sébastien Goetschmann ● Bilder: L. Geissler


 

Momentan lassen sich fünf junge Frauen zwischen 25 und 28 Jahren im Bildungszentrum Biel zu Offizierinnen der Heilsarmee ausbilden. Ihr Werdegang ist unterschiedlich, doch sie alle haben sich entschieden, ihr Leben in den Dienst an Gott und den Mitmenschen zu stellen.

„Seit längerem spürte ich in meinem Innersten die Berufung zum Offiziersdienst“, sagt Florence Donzé. „Meine Eltern sind beide Heilsarmee-Offiziere. Daneben hatte ich das Glück, Menschen in meinem Umfeld zu kennen, die mir ein gutes Beispiel waren: Sie stellten sich – im Korps und ausserhalb – in den Dienst der Gemeinschaft, ohne dabei ihre eigenen Kinder zu vernachlässigen.“ Seit sie 12-jährig war, habe sie den tiefen Wunsch, das Evangelium zu verkünden und sich im sozialen Bereich einzusetzen, so Sévrine Weber. „Als Jugendliche erkundigte ich mich bereits, wo ich meinen Traum, Pastorin in einer sozialen Kirche zu werden, realisieren könnte.“ Sévrine, die früher nicht die Heilsarmee besuchte, entdeckte verschiedene Möglichkeiten. Ihre Eltern schlugen ihr die Heilsarmee vor. „Ich absolvierte zuerst ein Praktikum in Frankreich mit einer Organisation, die Kirchen aufbaut, und später ein weiteres im Korps Arc Lémanique in Lausanne. Diese letzte Erfahrung gefiel mir sehr. Um die Heilsarmee besser kennenzulernen, machte ich noch ein Praktikum in einem Frauenheim in Lausanne, das Frauen aufnimmt, die schwerwiegende psychische Probleme haben.“

Kompromissloser Einsatz

Jede Kadettin (Auszubildende für den Offiziersdienst) vernahm vor einer bestimmten Zeit den Ruf, in den vollzeitlichen Dienst der Heilsarmee einzutreten. Doch diese Lebensentscheidung erfordert völliges Vertrauen in Gott, ohne Bedingungen zu stellen. „In einem Winkel meines Kopfs war dieser Ruf immer präsent. Aber es gab Hindernisse, die mich davon abhielten, mich einzusetzen“, sagt Novella Stettler. „Es war ein langer Prozess und als ich es satt hatte, den Ruf abzulehnen, öffneten sich mir Türen.“ „Es musste einige Zeit vergehen, bevor ich bereit war, mich hier definitiv zu verpflichten“, bestätigt Sévrine Weber. „Ich musste all mein Vertrauen in Gott setzen, damit meine letzten Bedenken nachliessen und ich spüren konnte, dass ich diesen Weg gehen soll. Ich bin froh, dass die Heilsarmee offen ist und sich auch Menschen darin einsetzen können, die zwar zum Pfarrer berufen, aber noch keine Salutisten sind.“ „Wenn Gott ruft, dann ruft er so laut, dass man es nicht überhören kann“, sagt Sara Omlohr. „Doch man muss bereit sein, sich ganz hinzugeben, und aufhören, nach Ausreden zu suchen.“

Da, wo Gott mich haben will

Durch die Ausbildung zum Offizier oder zur Offizierin eröffnen sich den Auszubildenden ganz unterschiedliche Zukunftsperspektiven: Arbeit mit Kindern oder älteren Menschen, Dienst in einer Institution für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen oder psychischen Störungen, Gemeindeleitung oder auch ein Missionseinsatz im Ausland. Doch für alle Arbeitsrichtungen gilt: Ein Heilsarmeeoffizier ist jemand, dessen Hauptaufgabe die Nächstenliebe ist. „Ich glaube, dass ich berufen bin, den Menschen im Ausland zu dienen“, sagt Florence Donzé. „Doch die Entscheidung liegt nicht bei mir. Ich möchte Gott vertrauen, dass er mich in dem Dienst führen wird, für den ich mich jetzt vorbereite.“

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