Verstummte Heilsarmee sammelt weiter

Die Heilsarmee in Basel sammelt Spenden, auch wenn sie dabei nicht singen darf. 

Sie gehören zur Adventszeit wir Grättimänner und Glühweinduft: Die Musizierenden der Heilsarmee. Dieses Jahr wird es allerdings stumm um die Spendentöpfe, öffentliches Singen ist schliesslich verboten.

Vier Töpfe sind aktuell in der Basler Innenstadt verteilt, in normalen Jahren sind es bis zu fünfzehn. Neben einem steht Astrid Inniger von der Heilsarmee Liestal. «Wir probieren mit einer kleinen Musikbox doch noch ein wenig Weihnachtsstimmung in die Stassen zu bringen. Und mit lachenden Augen die Leute anzustrahlen», erklärt sie.

«Singen ist tabu»
Egal wie sehr man die Passanten anstrahle, singen sei ein klares Tabu. Hart ist das auch für die ehrenamtlichen Helfer, das Singen in der Vorweihnachtszeit habe bei ihnen einen sehr hohen Stellenwert.

Auch ein Tabu: Veranstaltungen. Unter anderem am Erasmusplatz würde normalerweise ein Weihnachtsessen für 120 Menschen stattfinden, die sonst mit niemandem feiern können. Das Veranstaltungsverbot, erlaubt das dieses Jahr nicht, auch nicht im kleineren Rahmen.

Laut Astrid Inniger gebe es jedoch ein Trostpflaster: «Wir werden Lebensmittelpakete an Bedürftige verteilen, bei denen wir die Adresse kennen und so etwas Weihnachtsstimmung ins Haus bringen.»

Bleiben Sie zuhause
Für Randständige sei es auch sonst kein einfaches Jahr gewesen. Es sei ein Dilemma, wenn die Anweisung lautet, zuhause zu bleiben, das Wohnzimmer jedoch die Strasse sei. «Ja, wo ist den mein Zuhause? Wo soll ich den ganzen Tag hin?», hätten sich im Lockdown viele gefragt, erzählt Astrid Inniger.

Um ihnen auch im neuen Jahr helfen zu können, sammelt die Heilsarmee aktuell in der Innenstadt. Trotz oder genau wegen Corona, seien diejenigen, die vorbeikämen bis jetzt recht grosszügig. «Die Leute sagen schon, dass es wichtig ist, eben genau in einer Krise, auch noch an die Anderen zu denken», so Inniger.

Trotzdem gehe man davon aus, dass die Strassenspenden im 2020 insgesamt einbrechen würden. Man erhofft sich, dass dafür mehr Menschen kontaktlos via Postkonto oder TWINT spenden.

Author: Quelle: Telebasel (16.12.2020)