Platz für 15 Personen mit Symptomen

Die Heilsarmee betreibt für die Stadt Biel eine Unterkunft für an COVID-19 erkrankte Obdachlose.

Menschen, die an COVID-19 erkranken, müssen sich in Selbstquarantäne begeben. Das ist für die meisten mühsam, aber machbar. Für Menschen ohne Obdach ist das jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Deshalb suchte die Stadt Biel nach Lösungen und fand im Pfadiheim Orpund einen geeigneten Standort, um COVID-19 erkrankte Obdachlose unterzubringen. Für den Aufbau und den Betrieb dieser Struktur ersuchte die Stadt Biel die Heilsarmee und den Zivilschutz.

In der Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz Biel und unter den Anweisungen von Major Bjørn Marti, Korpsoffizier der Heilsarmee Biel, wurde dieses Obdach innert einer Woche aufgebaut und war vor Ostern betriebsbereit. Es bietet aktuell Platz für 15 an COVID-19 Erkrankte und 5 Obdachlose mit Symptomen, deren Testresultat noch ausstehend ist.

Karin Wüthrich, Projektverantwortliche der Heilsarmee, gelang es, ausreichend Personal für die Betreuung der Obdachlosen aus dem kirchlichen und sozialen Zweig der Heilsarmee zu rekrutieren.

Major Martis Hauptanliegen ist die Sicherheit der Betreuungspersonen. Als Konzeptvorlage diente ein entsprechendes Angebot der Stadt Thun. Das Konzept wurde mit dem Kantonsarztamt besprochen und entsprechend den Vorgaben des BAG angepasst.

Neben der Grundversorgung und Symptomüberwachung gehört eine psychosoziale Begleitung zu den Hauptaufgaben der Betreuungspersonen in dieser Struktur. Karin Wüthrich ist es wichtig, dass die Obdachlosen in dieser herausfordernden Zeit Sicherheit und ein fürsorgliches Umfeld erleben.

Ein weiterer Partner ist die Gassenküche der Stadt Biel. Sie stellt die Mahlzeiten bereit, welche wiederum von Angehörigen des Zivilschutzes abgeholt und geliefert werden. Ohne die Unterstützung des Zivilschutzes, welche Nachtwachen und Transporte übernimmt, wäre der Betrieb in Orpund kaum möglich. Durch den Lorrainehof, das Berner Altersheim der Heilsarmee, konnte ein einfacher Zugang zu Berufswäsche, Reinigungsmitteln, Schutzausrüstung sowie eine Waschmöglichkeit für die Wäsche sichergestellt werden.

Nach Ostern wurden die Zivilschutzangehörigen und Mitarbeitenden der Heilsarmee in den Betrieb der Struktur eingeführt. Dazu gehören Informationen betreffend Schleusenbetrieb, Hygienemassnahmen, Schutzkleidung und Abläufen. Wenige Stunden nach dieser Einführung wurde eine erste Person mit COVID-19-Symptomen aufgenommen und Orpund wurde eröffnet. Nun ist die Struktur seit gut einer Woche in Betrieb. 

Für Major Marti und Karin Wüthrich ist besonders erfreulich, dass in dieser Krisenzeit die Zusammenarbeit überall konstruktiv und wohlwollend funktioniert.

Kontakt: Karin Wüthrich, Geschäftsleitung "Arbeit und Bildung" | Tel: +41 31 388 06 37 | karin.wuetrich [at] armeedusalut.ch ( )| Christine Volet, Mediensprecherin | Tel: +41 31 388 05 07 | christine.volet [at] armeedusalut.ch

Author: Die Redaktion