Erste Zertifizierungsfeier HandsOn

Das Arbeitsintegrationsprogramm HandsOn in Liebefeld hat sein erstes Jahr äusserst erfolgreich hinter sich gebracht. Ziel war es, möglichst viele Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich, die einen Ausweis N oder F besitzen, derart zu befähigen, dass sie eine Chance haben, im regulären Arbeitsmarkt eine Ausbildungsmöglichkeit oder eine Festanstellung zu finden. Dies beginnt mit dem Spracherwerb und endet im besten Fall mit einem Arbeitsvertrag. Dazwischen liegen unzählige Stunden des Lernens, sich zurechtfinden mit äusseren Umständen, wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, usw. Sehr viele Teilnehmenden konnten genügend Durchhaltewillen aufbringen, aber natürlich gab es auch welche, denen die an sie gestellten Anforderungen zu hoch oder zu anstrengend waren.

Von den fünfzehn Personen, die erfolgreich abschlossen, fanden alle eine direkte Anschlusslösung im 1. Arbeitsmarkt (ausgenommen davon eine Person, die noch darauf wartet, ein Angebot als Automechaniker zu finden und darum andere Möglichkeiten abgelehnt hat). Es muss erwähnt werden, dass dieser Erfolg ohne das intensive Engagement der Job Coaches nicht möglich gewesen wäre. Sie leisten einen wesentlichen Anteil dafür, dass potenzielle Arbeitgebende schon nur Gehör für die Anliegen der zu integrierenden Personen schenken. Ohne Job Coach Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden, ist für die meisten Personen hingegen sehr schwierig.
Wer seine Vorlehre jetzt noch nicht begonnen hat, wird dies in den nächsten Tagen tun können. Jede zertifizierte Teilnehmerin und jeder zertifizierte Teilnehmer hat nun die realistische Chance für eine Berufslehre oder Arbeitsstelle in einem selbst gewählten Berufsbereich.

An der offiziellen Zertifizierungsfeier in den Räumlichkeiten von HandsOn Liebefeld, der sogenannten Fabrik, vom 17. August 2018 erhielten die Absolventen sowohl ihr Deutsch- wie auch ihr HandsOn-Zertifikat feierlich überreicht. Musikalisch begleitet wurde der Anlass von Lukas Flückiger, der auf Anfrage spontan zugesagt hatte, sein meisterliches Spielen auf dem Schwyzerörgeli zum Besten zu geben.
Manuel Breiter, Leiter von TravailPlus, wo HandsOn Liebefeld „angesiedelt“ ist, erwähnte in seiner Rede wiederholt, mit wieviel Herzblut alle Beteiligten die Sache angegangen seien. Ohne gehe es nicht. Ist jemand mit Herzblut dabei, kommt auch der Erfolg.
Programmleiter Beat Habegger schilderte die „Wanderung“, die Teilnehmende und HandsOn ein Jahr lang gemeinsam begangen hätten. Es gab „Muskelkater“ und einige gaben unterwegs auf. Wer gegen alle Widerstände durchgezogen hat bis zum Erreichen „des Gipfels“, dem Erhalt des Diploms also, dem/der gebührt grosser Respekt. Nun gelte es, den nächsten Gipfel anzuvisieren. Beat ist überzeugt davon, dass sie auch diesen schaffen werden.
Nelly Aebischer, Co-Leiterin von Lern·Punkt, war beim Gratulieren für das Erreichte die innere Freude darüber anzusehen, dass praktisch alle viel mehr erreicht haben, als vor einem Jahr zum Ziel gesetzt worden war. Denn anstelle des geplanten Niveau A2 schlossen 13 von 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon mit B1 ab – was für ein Erfolg, den sie sich da erarbeitet haben!
Zu den Gratulierenden gehörte selbstredend auch der Leiter Produktion HandsOn Liebefeld, Johnny Wüthrich, welcher jeder/jedem einzelnen auch das Zertifikat überreichte. Eindrücklich die Zahl von Zehntausenden von Taschen, die in der „Fabrik“ im ersten Jahr u.a. hergestellt wurden. Er erwähnte, wie wichtig es sei, gute Arbeit abzuliefern. Dies sei die beste Werbung für HandsOn Liebefeld. Dies hätten die Teilnehmenden im Programm gelernt und selbst erlebt. Nun sind sie alle zertifizierte Botschafter für qualifizierte Produktionsarbeit bei der Heilsarmee.