Armut kann jeden treffen

Je länger die Corona-Situation andauert, desto grösser wird der Druck für die Menschen am Rande der Gesellschaft und umso mehr sind sie auf Unterstützung angewiesen.

Wir stehen diesen Menschen bei. Sie auch?

Armut hat viele Gesichter

Armut begegnet uns täglich – auch in der reichen Schweiz. Es gibt zahlreiche Ursachen, warum Menschen auch in der wohlhabenden Schweiz unter die Armutsgrenze rutschen. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche aus armutsbetroffenen Familien. Hier liegt die Armutsquote bei 19,3 Prozent gegenüber 7,9 Prozent der gesamten Bevölkerung in Privathaushalten, die von Einkommensarmut betroffen sind. Kinder und Jugendliche tragen somit ein hohes Risiko, später selbst von Armut betroffen zu sein.

Durch das Coronavirus und den Massnahmen zum Schutz der Gesundheit ist das Armutsrisiko zusätzlich gestiegen.

Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit sind existenzbedrohend. Für diese Menschen ist die Heilsarmee da. Wir nehmen uns ihrer Sorgen und Ängste an. Menschen, die in Armut leben finden bei uns Geborgenheit, existenzielle Unterstützung und die Perspektive für eine bessere Zukunft. Mit unseren Angeboten versuchen wir zudem, Notleidende vor der Armut zu bewahren.

Geschichten, die das Leben schreibt. Erfahren Sie hier, wie Menschen in die Armut geraten, was Armut bewirkt und wie wir helfen.

Einige Fakten zu Armut in der Schweiz

  • 660'000 Menschen

    Fast eine Zweidrittelmillion Menschen in der Schweiz sind arm.

  • Infographik Armustquote

    7.9 Prozent

    Alleinerziehende sind einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt.    

  • Armuts Infographik anstieg

    20 % Prozent

    Zwischen 2014 und 2017 betrug der Anstieg 20% (aktuellste Zahlen)

So helfen wir

Erwerbsarmut in der Schweiz

Sie gehen den ganzen Tag arbeiten, bezahlen ihre Steuern und Rechnungen und haben dennoch nichts zum Leben – die sogenannten «Working Poor». Wer von der Erwerbsarmut betroffen ist, führt ein Leben, das von Existenzängsten geprägt ist. Die Gesundheitskrise hat viele Betriebe zur Kurzarbeit gezwungen, was wiederum viele Familien in finanzielle Nöte gebracht hat. So auch die Familie von Lori B.*:

«Bisher kamen wir mit dem Lohn meines Mannes knapp über die Runden. Nun ist er von Kurzarbeit betroffen. Wir sind sehr froh über den Zustupf der Heilsarmee in Form von Lebensmitteln, um die Familie durchzubringen.»

Arbeitslosigkeit

Corona hat in vielen Branchen zu zahlreichen Entlassungen geführt – und die Krise ist noch nicht überstanden: Es droht eine ausgeprägte Rezession. Arbeitslosigkeit kann schnell existenzgefährdend werden oder dazu führen, dass jemand unter die Armutsgrenze rutscht. Einer, der Mittellosigkeit als Folge der Arbeitslosigkeit erlebt hat, ist Thys F.:

«Nach zwei Burnouts verlor ich meine geliebte Tätigkeit als Lehrer. Ich war verzweifelt und konnte mich aus eigener Kraft nicht aus meiner Notlage lösen. Im Passantenheim Thun fand ich Hilfe und in Kurt Hanhart, dem Leiter, einen Freund fürs Leben. Ich bin der Heilsarmee sehr dankbar, dass sie mir zurück ins Leben geholfen hat.»

Raphael Golta, Sozialvorsteher Zürich (SP)

Interview mit dem Zürcher Sozialvosteher Raphael Golta

Raphael Golta wurde 2014 in den Zürcher Stadtrat gewählt und ist seither Vorsteher des Sozialdepartements. In seiner Funktion begegnet er Armut regelmässig. Im Interview nimmt er Stellung zum Thema Working Poor. Reinhören lohnt sich!

Interview mit Pino Vastano, CEO Corporess AG

Die Corporess AG fertigt hochwertige Unternehmensbekleidung und Uniformen – unter anderen auch für die Heilsarmee. Zu den Hauptauftragsgebern der Corporess AG zählen Airlines. Bedingt durch die Gesundheitskrise annullieren diese momentan fast alle Bestellungen. Was dies für das Unternehmen bedeutet, erfahren Sie im Interview.

Lebensgeschichten aus der Heilsarmee

Die Heilsarmee Schweiz konnte in ihrem langjährigen Engagement bereits vielen Menschen eine echte Stütze sein. Lesen Sie hier, welche Einzelschicksale wir zum Guten bewegen konnten.

Nachdenken über Armut

«Mir bleiben zwanzig Franken monatlich für Essen.»

Margarete Anke (53) liebt ihren Beruf. Sich um pflegebedürftige Menschen zu kümmern, erfüllt sie. Soziales Engagement ist für Maggie – wie sie von Freunden genannt wird – mehr als eine bezahlte Arbeit. Es ist eine Berufung. Doch die immer adrett gekleidete und gepflegte Frohnatur verbirgt ein Geheimnis. Als alleinerziehende Mutter eines chronisch kranken Sohnes zählt sie zu den Working Poor. Täglich im Einsatz für das Wohl anderer, reicht ihr Einkommen meist nicht einmal für das Notwendigste, wie Essen für einen Monat. Dank der Lebensmittelabgabe der Heilsarmee hat Maggie zumindest eine Sorge weniger und schöpft wieder Mut.

«Ich konnte mir nicht vorstellen, je von Armut betroffen zu sein.»

Enrico Delco (62) hat sein Leben lang mit Freude gearbeitet. Im Alter von 53 Jahren sah er sich aufgrund von Mobbing gezwungen, seine Traumstelle zu kündigen. Nach zwei weiteren Jahren an einer unbefriedigenden Stelle, wurde er arbeitslos. Nun nahm das Unglück seinen Lauf. Zu alt für den Arbeitsmarkt, verlor er alles – sein Vermögen und die Zuversicht. Konfrontiert mit der Armut und den teils abschätzigen Reaktionen aus dem Umfeld, zog sich Enrico zurück. Dank dem Arbeitsintegrations-
programm von travailPLUS fühlt er sich heute wieder als wertvoller Bestandteil der Gesellschaft und hat wieder Hoffnung.

Das Nötigste: Lebensmittelabgabe in Neuenburg

«Zuhören ist wichtig.»

Jean Volet ist Heilsarmeeoffizier von Neuenburg. Da die meisten anderen Organisationen ihre Lebensmittelabgaben anfangs Coronakrise eingestellt hatten, hat er ein temporäres Angebot der Heilsarmee auf die Beine gestellt. Im Interview (französisch mit zuschaltbaren Untertiteln auf deutsch) erklärt er, wie es dazu gekommen ist.

«Etwas von dem zurückgeben, was man selbst erhalten hat.»

Yaquelin ist Freiwillige der Heilsarmee Neuenburg. Sie hilft unverkaufte Lebensmittel aufzutreiben, zu sortieren und zu verteilen. Yaquelin stammt ursprünglich aus Kuba. Im Interview (französisch mit zuschaltbaren Untertiteln auf deutsch) äussert sie sich zur allgemeinen und ihrer eigenen Situation.

«Für mich ist es selbstverständlich, hierher zu kommen»

Alexia, franko-schweizerische Doppelbürgerin, hilft seit Anfang der Pandemie bei der Lebensmittelabgabe der Heilsarmee Neuenburg. Im Interview (französisch mit zuschaltbaren Untertiteln auf deutsch) zeigt sie ihre Beweggründe auf.

Spenden Sie für betroffene und gefährdete Menschen.

Menschen, die in Armut leben, finden bei uns Geborgenheit, existenzielle Unterstützung und die Perspektive für eine bessere Zukunft. Mit unseren Angeboten versuchen wir zudem, Notleidende vor der Armut zu bewahren. Diese Menschen und wir zählen auf Sie!