Ratgeber Vorsorge- und Nachlassplanung

Eine sogenannte letztwillige Verfügung (Testament oder Erbvertrag) gibt Ihnen die Gewissheit, dass Ihr Hab und Gut – unter Beachtung der gesetzlichen Pflichtteilsansprüche – gemäss Ihrem Willen verteilt wird und nur von Ihnen gewünschte und auserwählte Personen oder Organisationen den Nachlass oder Teile davon erhalten.

Mit weiteren Anordnungen können Sie administrative Belange regeln, Ihren Willen hinsichtlich Massnahmen im medizinisch-pflegerischen Bereich festhalten,  und allfällige Bestattungswünsche bekanntgeben.

Unser Ratgeber "Ihr Wille zählt" gibt Ihnen grundsätzliche und hilfreiche Informationen zur Vorsorge- und Nachlassplanung.

Hier stellen wir Ihnen die vier Anordnungen "Vorsorgeauftrag", "Patientenverfügung" , "Testament" und "Anordnungen für den Todesfall" zur Verfügung. Sie können die PDF herunterladen und am Computer ausfüllen oder direkt ausdrucken. Gerne senden wir Ihnen die Unterlagen auch per Post zu.

Gratis Vorsorge-Vorlagen zum Herunterladen und Ausfüllen

Persönliche Beratung

Da jede Situation individuell und persönlich ist, empfehlen wir Ihnen ein unverbindliches Gespräch mit einem unabhängigen Fachmann in Nachlassangelegenheiten. Der Berater der Heilsarmee hat langjährige Erfahrung im Bereich einer geregelten Vorsorge- und Nachlassplanung. Er behandelt jedes Gespräch vertraulich und verfügt über die nötige Erfahrung und das Einfühlungsvermögen, um sich gemeinsam mit Ihnen professionell und auf verständliche Weise dieser vielschichtigen Materie anzunähern. Das erste Gespräch ist kostenlos.

Ihr Kontakt

Foto Nathalie Schaufelberger

Haben Sie Fragen bezüglich Testament und Vorsorge?
Nathalie Schaufelberger beantwortet gerne Ihre Anliegen:

Nathalie Schaufelberger
Stiftung Heilsarmee Schweiz
Laupenstrasse 5
3001 Bern

Telefon: +41 31 388 06 18

Unser Vorsorgeberater im Interview

Die Vorsorgeplanung beinhaltet Anweisungen an nahestehende Personen, welche einem bei Urteilsunfähigkeit vertreten sollen. Insbesondere empfiehlt es sich, in einer Patientenverfügung die persönliche Meinung zum „Leben und Sterben“ festzuhalten.

Personen, die ihre Wünsche nicht schriftlich festhalten, sind automatisch damit einverstanden, dass bei Unklarheiten irgendeine Person Entscheidungen vornimmt und die Erbteilung nach dem Gesetz erfolgt.

Wenn gesetzliche Erben fehlen, und keine Nachlassdokumente vorhanden sind, fliesst der Nachlass dem Kanton und der Gemeinde zu. Wer das nicht will, geht besser heute als morgen seine Nachlassplanung an.

Wenn pflichtteilsgeschützte Erben fehlen, oder wenn diese nicht den ganzen Nachlass erhalten sollen, kann in einem Testament verfügt werden, wie der Nachlass zu teilen ist. So kann beispielsweise einem Nachkommen ¼ seines Anteils entzogen und anderen Personen oder Institutionen zugeteilt werden.

Was sollte ich unterscheiden können, um meinen Nachlass regeln zu können?

Das Testament, oder zwischen Ehepaaren in besonderen Fällen auch der Ehe-/Erbvertrag, gibt Anweisungen, wie der Nachlass einst zu verteilen ist. Es können nahestehende Personen oder Institutionen berücksichtigt werden.

Von Vermächtnis oder Legat spricht man, wenn der Empfänger eine Sache oder einen Geldbetrag ungeachtet der Erbenstellung erhält. Erben haben eine andere Stellung als Personen oder Institutionen welche als Vermächtnisnehmer eingesetzt werden. Zu oft verwechselt man die Begriffe „Vererben“ und Vermachen“.

Der Unterschied: Erben besitzen „Rechte und Pflichten“. Je mehr von ihnen bestehen, umso aufwändiger ist die Erbteilung. Personen und Institutionen können auch als Vermächtnisnehmer eingesetzt werden. So erhalten sie eine konkrete Sache oder Betrag aus dem Nachlass ohne einzugehende Pflichten.

Was gehört nicht ins Testament?

Zum Beispiel Bestattungswünsche. Diese sind auf der Gemeinde, beim Bestattungsamt oder der Friedhofsverwaltung zu deponieren. In der Wohngemeinde oder Stadt kann man sich erkundigen, wer dafür zuständig ist.

In den meisten Ortschaften gibt es zudem spezielle Formulare zur Erfassung von Bestattungswünschen. Wer auf diesem Formular zusätzlich eine Ansprechperson festhält, hilft den zuständigen Stellen, im Todesfall rasch das Richtige zu tun.

Welche Aspekte werden häufig in einem Testament zu wenig berücksichtigt?

Häufig wird in einem Testament nicht an die Hausräumung gedacht. Sehr wichtig ist die Nennung einer fachkundigen Person, welche die ganze Räumung und Nachlass-regelung organisiert, koordiniert und gegenüber den Erben und Vermächtnisnehmern Rechenschaft abgibt.

Man sollte darauf achten, dass diese Arbeit von Personen erledigt wird, die nicht selber begünstigt sind und die nötige berufliche Erfahrung haben, ansonsten kann dies zu unnötigen Emotionen und zusätzlichen Problemen führen.

Gibt es allgemein gültige Tipps, wie man vorgehen muss?

Kaum. Oft wird zu wenig berücksichtigt, dass jede Nachlassteilung sehr individuell ist. Was in einem Fall unkompliziert und einfach zu erledigen ist, kann in einem ähnlichen Fall aus verschiedenen Gründen zu ungelösten Problemen führen.

Gute Tipps von Freunden, die selber Erfahrungen gemacht haben, helfen daher oft wenig. Auch Empfehlungen aus Zeitschriften und Broschüren können nur eine Richtlinie vorgeben, unterstützen Einsteiger auf dem Gebiet aber sicher bei der Orientierung.

Was ist bei Nachlass- und Vorsorgedokumenten noch zu beachten?

Wichtig ist, dass solche Schriftstücke gut auffindbar sind und die Personen, welche einem vertreten sollen, bestimmt und mit der Bestimmung einverstanden sind. Wer einen Organspenderausweis hat, trägt diesen am besten auf sich.  

Darum sind solche Anweisungen in Kopie auch bei den amtlichen Schriften oder in einem gut auffindbaren Ordner mit der Anschrift „Für meinen Todesfall“ zu hinterlegen. Zur besseren Auffindbarkeit empfehle ich, solche Informationen auch elektronisch zu hinterlegen.

Welches war die schlimmste Konsequenz aus einem nicht formulierten Testament oder fehlender Vorsorgeregelung, die Sie miterlebt haben?

Ich lernte einmal einen sehr vitalen und umtriebigen Geschäftsmann kennen. Er hatte klare Vorstellungen über die Verfügung seines beachtlichen Nachlasses. Mich wollte er für die Nachlassregelung bestimmen.

Die Erträge aus den Immobilien wären gemeinnützigen Zwecken zugut gekommen. Ich hatte Kenntnis über seine persönliche Situation und seine Vorstellungen zur Nachlassteilung. Über mehrere Jahre verschob er die schriftliche Erfassung seiner Wünsche in die Zukunft, in der Hoffnung, dann mehr Zeit dafür zu haben.

Eines Tages musste er notfallmässig ins Spital. Auf der Notfallstation teilte er mir mit schwacher Stimme mit: „Herr Wittwer, sie wissen ja was ich will“.

Einige Tage später verstarb er und seine ganzen Pläne und Vorstellungen sind ungeschrieben erloschen. Die Erbteilung erfolgte so, wie er es sich nie erwünscht hatte. Es gibt für die Nachlassregelung kein zu früh, sehr wohl aber ein zu spät. Ein plötzlicher Todesfall, eine unvorhersehbare drastische Verschlechterung des Gesundheitszustands, aber auch der Verlust der Urteilsfähigkeit und Mobilität verunmöglichen, dass der letzte Wille rechtsgültig festgehalten werden kann.

Infoveranstaltung

Erfahren Sie, was es braucht, um ein Testament zu verfassen und lernen Sie unsere Arbeit in der Region kennen. Ob Vorsorgeauftrag, Patientenverfügung, Testament oder letztwillige Verfügung – die Referenten der Heilsarmee verfügen über die nötige Erfahrung und das Einfühlungsvermögen, um sich gemeinsam mit Ihnen auf verständliche Weise dieser vielschichtigen Materie anzunähern.

In der nächsten Zeit sind keine Anlässe geplant. Sie können sich aber über das Formular unten über kommende Anlässe informieren lassen.

Über kommende Infoveranstaltungen informiert werden

Weitere Angebote

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  • Seelsorge

    Die Auseinandersetzung mit der Regelung des letzten Willens kann auch Fragen zum Glauben, zum Sinn des Lebens und des Sterbens mit sich bringen. Wenn Sie darüber sprechen möchten, besucht Sie auf Wunsch gerne eine Heilsarmee-Offizierin oder -Offizier aus Ihrer Region.

  • MyHappyEnd

    Die Heilsarmee ist Mitglied des Vereins MyHappyEnd, einem Zusammenschluss von gemeinnützigen Organisationen. MyHappyEnd informiert über das Thema Erbschaft und über die Möglichkeit, gemeinnützige Organisationen im Testament zu bedenken.

Buchtipps

Gerne empfehlen wir Ihnen die folgenden Bücher: