Di
06
Dez
2011
Das Umlaufvermögen der Heilsarmee wird mit CHF 249 Mio. bilanziert. Demgegenüber stehen kurzfristiges Fremdkapital (CHF 33 Mio.), zweckbestimmte Fonds (CHF 144 Mio.), Wertschwankungsfonds (CHF 25 Mio.), Fonds Werterhaltung Immobilien (CHF 26 Mio.) und Fonds Versicherungsrisiken (CHF 3 Mio.). An freien Mitteln resultieren lediglich CHF 18 Mio.
Bei einem Jahresumsatz von CHF 168 Mio. reichen diese freien Mittel im Fall ausbleibender Einkünfte für rund eineinhalb Monate. Verglichen mit der Empfehlung der ZEWO, dass die freien Reserven den Betrag zweier Jahresumsätze (also 24 Monate) nicht übersteigen sollen, liegt die Heilsarmee demnach deutlich unter diesem Wert.
Die Finanzstrategie und der Mitteleinsatz der Heilsarmee erweisen sich somit als sehr effektiv. Die Spendengelder werden umgehend, wie den Spendern auch kommuniziert wird, den Projekten zugewiesen. Sie sichern deren Betrieb und eine nachhaltige Planung der strategisch festgelegten Tätigkeit für Menschen am Rande der Gesellschaft.
Die Jahresrechnung der Heilsarmee konsolidiert rund 170 Projekte, Einrichtungen und Institutionen in der ganzen Schweiz, die einen eigenständigen Betrieb gewährleisten müssen; Gelder können nicht beliebig verschoben werden. Bei finanziellen Engpässen muss die Heilsarmee auf die oben erwähnten 18 Mio. freie Reserven zurückgreifen können, die die Aufrechterhaltung des Betriebs sicherstellen und damit Dienstleistungen überhaupt langfristig ermöglichen. Um die Gebäude zu unterhalten, in denen sie ihre Dienstleistungen erbringt, werden die fälligen Aufwände im Fonds Werterhaltung Immobilien geäufnet.
Der Wertschwankungsfonds für Wertschriftenanlagen und der Fonds Versicherungsrisiken dienen zur Absicherung von Risiken, damit bei deren Eintreten keinesfalls Spendengelder eingesetzt werden müssen. Aus Kosten-/Nutzenüberlegungen versichert die Heilsarmee Risiken teilweise selbst (z.B. Kaskoversicherungen Fahrzeuge, Wasser und Glasschäden an Gebäuden).
Der administrative Aufwand der Heilsarmee beträgt auf den Gesamtumsatz bezogen 5,6 Prozent, die Aufwendungen zu Fundraisingzwecken betragen rund 12 Prozent. Das Lohngefälle aller Lohnbezüger steht im Verhältnis 1 : 3 wobei der Mindestlohn bei CHF 3‘600.- liegt.
Die Heilsarmee liefert mit ihrer konsolidierten Jahresrechnung und ihrem Jahresbericht mit hoher Transparenz Einsicht in ihre Tätigkeit und Finanzierung.
Leserbrief vom 7.12.2011 zum Artikel „Sammeln auf Vorrat: Spendenorganisationen horten Hunderte von Millionen Franken” in „Tagesanzeiger” vom 5.12.2011
Als Mitglied der Heilsarmee bin ich von diesen Vorwürfen direkt betroffen: Ich stehe als Topfwächter regelmässig draussen in der Kälte, um Passanten ein wenig Weihnachtsfreude zu schenken und
sozial benachteiligten Spenden zu vermitteln. Jetzt erscheine ich als dumm und ausnützbar, liegen laut dem TA-Bericht doch Millionen in den Tresoren der Heilsarmee. Als ehemaliger Buchhalter kann
ich dazu nur sagen, dass die Angaben im TA zur Bilanz der Heilsarmee gänzlich aus dem Zusammenhang gerissen sind. Als monatlicher Spender überprüfe ich die Aufgaben und Ausgaben der Heilsarmee
regelmässig und kann sagen, dass kein einziger Angestellter des „Tagesanzeigers” zu den Bedingungen und dem Bedürfnislohn eines Heilsarmee-Offiziers arbeiten würde.
Die Topfkollekte kommt voll und ganz der Region zugute, in der gespendet wurde. Ein Sozialbüro der Heilsarmee betreut und verteilt am jeweiligen Ort die eingegangenen Gelder an Bedürftige.
Daneben wird viel Freiwilligenarbeit geleistet. Unter anderem haben beispielsweise meine Frau und ich in Frauen- und Männerheimen Gäste persönlich betreut und Liederabende und kleine Feste
organisiert.
Markus Blum, Reinach